Einen ganz besonderen Gast durften wir erneut an der Elsa begrüßen: Die Zeitzeugin Eva Weyl ist aus Amsterdam zu uns gekommen, um mit unseren Schülerinnen und Schülern ihre bewegende Lebensgeschichte zu teilen. Ihr Besuch ist für unsere Schulgemeinschaft von großer Bedeutung – nicht zuletzt, weil wir als Schulgemeinschaft Ihre Geschichte schon häufiger teilen durften. Auch bei Projekten wie dem Never Forget Projekt, oder der Eröffnung der Holovoices Ausstellung in der Zeche Zollverein.

Eva Weyl überlebte als Kind das Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden. In ihrem eindrücklichen Bericht schilderte sie nicht nur die Lebensbedingungen im Lager, sondern auch die ständige Angst vor Deportation in ein Vernichtungslager. Mehrfach entging sie diesem Schicksal nur durch glückliche Umstände – Erfahrungen, die bis heute nachwirken und ihre Erzählungen besonders eindringlich machen.
Ein sehr persönliches Detail ihrer Geschichte bewegte viele Zuhörende besonders: Evas Mutter versteckte während der Zeit der Verfolgung die letzten Ersparnisse der Familie – kleine Diamanten – im Knopf von Evas Kleidung. Nach dem Krieg ließ sie daraus einen Ring anfertigen. Diesen Ring trägt Eva Weyl bis heute als Symbol für das Überleben, die Erinnerung und die Stärke ihrer Familie.
Im Zentrum ihres Besuchs stand jedoch ihre Botschaft an die junge Generation. Sie machte deutlich:
„Niemand hier in Deutschland ist dafür verantwortlich für den Zweiten Weltkrieg. Aber ihr seid dafür verantwortlich, die Vergangenheit zu kennen und dafür zu sorgen, dass es nie wieder zu so etwas kommt.“
Diese Worte sind Mahnung und Auftrag zugleich. Eva Weyl appellierte eindringlich daran, Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten und Verantwortung für ein respektvolles Miteinander zu übernehmen.
Wer Eva Weyl selbst eine Frage stellen möchte, hat dazu weiterhin die Möglichkeit: Im Projekt „Holovoices“ in der Zeche Zollverein kann man digital mit ihr in den Dialog treten. Das Angebot ist kostenlos und bietet eine besondere Gelegenheit, sich auch über den Besuch hinaus mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen.
Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier: https://www.holo-voices.de
Wir sind sehr dankbar für diesen besonderen Besuch, der uns nicht nur historisches Wissen vermittelt hat, sondern auch zum Nachdenken über Gegenwart und Zukunft anregt.